Altenhain
Das Dorf „Altenhain“ entstand wahrscheinlich um 1250 im Zuge des „hochmittelalterlichen Landesausbaus östlich der Altsiedlungsgebiete“ – was auch als „Ostsiedlung“ bezeichnet wird. Viele der neuen Dörfer in dieser Zeit wurden planmäßig als Reihendörfer errichtet, Altenhain, wahrscheinlich als ein Wald- oder Hagenhufendorf. Zu dieser Struktur gehörte in Altenhain noch ein Großgut, später „Rittergut“ genannt.
Vermutlich kamen die ersten Siedler Altenhains aus dem heutigen Raum Niedersachsen. Ein Hinweis darauf gibt uns der Name des Bachlaufes, welcher das Dorf auf seiner ganzen Länge durchfließt: „Eller“ - dieser ist der niederdeutsche Ausdruck für den Baum „Erle“. Eine Baumart, welche auch heute noch an den Ufern entlang des Bachlaufes wächst.
Die Namenswahl für das neu errichtete Dorf, damals: „Aldinhayne“- lässt vermuten, dass Menschen schon vordem an diesem Ort aktiv wurden:
… „Alten-“ ist das Bezugswort auf etwas, was schon vorher an gleicher Stelle war.
... „-hain“ hat sich aus dem althochdeutschen Wort „hagan“ entwickelt und bedeutet u. a. auch „umzäuntes Grundstück“. Jedoch ist nicht überliefert, was genau sich vor der Errichtung des Dorfes hier befunden hat.
Durch die Flur Altenhain führte ein Nebenweg von Handelsstraßen, welche Böhmen mit dem Raum Halle-Leipzig verbanden und auf dem auch das wichtige Gut Salz transportiert wurde, so deren Bezeichnung „Salzstraße“ entstand. Hier wurden aber auch Töpferwaren u. a. transportiert. Ein Hauptweg führte entlang des Ostufers der Mulde zwischen Nerchau und dem Muldeübergang bei Wurzen. Um Zeit und Gebühren zu sparen nutzten kleinere Fuhrwerke die Fuhrten bei Nerchau und Trebsen durch die Mulde. Und so verlief die Strecke dann weiter in Richtung Seelingstädt, hier sich nach Norden wendend, über den Krähhüttenberg auf die Flur Altenhain. Die beiden, aus den feuchten Niederungen herausragenden Endmoränenrücken, zwischen denen die sich die Eller schlängelte, nutzend ging die Strecke weiter und dann über den Frauenberg. Also denkbar, dass jeweils vor oder nach dem Übergang der beiden hohen Geländeerhebungen eine Rast eingelegt wurde und so ein Rastplatz entstand. Vielleicht sogar ein Rasthof, dessen Betreiber nebenbei noch Landwirtschaft betrieb und diese Flächen zum Schutz gegen Wildtiere einhegte. Es soll hier auch eine Zollstation gegeben haben.
Altenhains Wappensiegel ist in den Farben Blau und Weiß gehalten und wird durch einen „Alten Hahn“ geziert. Zu diesem gibt es folgende Theorie: Im Laufe der Zeit veränderte sich die Aussprache des Ortsnamens unter den Dorfbewohnern von „Aldinhayn“ zu „Aldehan“. So steht auf einem im Sächsischen Staatsarchiv befindlichen Siegelabdruck der Dorfgemeinde aus dem Jahr 1764: „Die Gemeinde zu Aldehan“. Der ebenfalls darauf abgebildete Hahn war wahrscheinlich später Vorlage für das Gemeindesiegel.
Aus dem Jahr 1358 datiert die bisher bekannte erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Im Jahr 2008 wurde in Altenhain die 650-Jahrfeier begangen.
Bis in das späte 19. Jhd. war Altenhain ein reines Bauerndorf. Das Jahr 1887 bedeutet für den Ort den Einstieg in das Industriezeitalter, mit der Eröffnung von zwei Steinbrüchen am Frauenberg und dem Beginn des gewerbsmäßigen Abbaus des dort anliegenden Pyroxenquarzporphyrs (Ryholith). Infolge wuchsen die Einwohnerzahl und das Dorf, weiterer Handel und Gewerbe siedelten sich an. Im Jahr 1898 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz.
Altenhain ist seit dem 1. Januar 1999 ein Ortsteil der Stadt Trebsen. Heute leben im Ort rund 760 Bewohner. Im Frühjahr 2020 erhielt Altenhain ein Glasfasernetz.
© Stadt Trebsen
Von Südwesten bis nach Norden zieht sich ein geschlossener Waldgürtel mit dem Curts- und Planitzwald – ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Auf der alten Straße nach Seelingstädt bietet sich dem Betrachter ein herrliches Landschaftspanorama. Sehenswert sind die Kirche und die liebevoll sanierten Fachwerkhäuser. Der Spielplatz, direkt am Dorfteich, ist nicht nur bei den jüngsten Einwohnern von Altenhain sehr beliebt. Im Heimathaus „Alte Schule“ am Sportplatz gibt es eine Ausstellung zur Dorfgeschichte. Diese kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.
Das Dorfbild wird überwiegend von modernisierten und neu errichteten Gebäuden geprägt. Durch Nutzung von Baulücken und Nutzung bzw. Nachnutzung leerstehender Bausubstanz hat sich Altenhain städtebaulich weiterentwickelt. Der Ort ist von Grün durchzogen. Natürliche Bachwiesen und Obstgärten prägen das Dorfbild. Der Ort nahm mehrfach erfolgreich am sächsischen Dorfwettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft.“ teil.
Eine Vielzahl von klein- und mittelständischen Unternehmen haben sich in Altenhain angesiedelt. Das ehemalige Schulgebäude wurde in eine Kindertagesstätte umgewandelt und 2004 konnte das neu gebaute Feuerwehrgerätehaus eingeweiht werden. Es gibt eine Turnhalle, eine Kegelbahn und den Sportplatz.
© Stadt Trebsen
© Stadt Trebsen
Das kulturelle Leben wird durch ein vielfältiges Angebot geprägt, welches vor allem von den Bewohnern selbst organisiert und gestaltet wird. Dafür können sie sich in Vereinen und Gruppen engagieren, wie
… der Sportgemeinschaft Blau-Weiß Altenhain e.V.,
… dem Rassekaninchenzüchterverein S 774 Altenhain e.V.
… dem Förderverein Freiwilligen Feuerwehr Altenhain e.V.
… dem Altenhainer Heimatverein e.V.
… der Kirchgemeinde St. Johannis Altenhain
… der Jagdgenossenschaft Altenhain
… zur Unterstützung der Kindertagesstätte Altenhain
Regelmäßige Höhepunkte im Jahr sind u. a.:
- Umwelttag zur Beräumung von Müll an öffentlichen Rad- und Wanderwegen
- Die Reihe „Altenhainer Vorträge“ des Heimatvereines, mit interessanten Themen über Dorfgeschichte, Umweltthemen und auch Buchlesungen
- Volleyball- und Kubb- Turniere der SG Blau-Weiß Altenhain e. V.
- Nacht der offenen Dorfkirche, Kirchgemeinde St. Johannis Altenhain
- Rassekaninchenausstellungen des Rassekaninchenzüchtervereins S 774 Altenhain e.V.,
- Feste des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Altenhain e.V.
- Familienradwanderung am 3. Oktober der SG Blau-Weiß Altenhain e.V.
- Wichtelmarkt der Kindertagesstätte
- Adventsfenstersuche, Altenhainer Heimatverein e.V.
- Adventskonzert von Kirchgemeinde St. Johannis Altenhain und Altenhainer Heimatverein
Seit Ende 2011 gibt es einen Ortschaftsrat in Altenhain. Die Mitglieder bemühen sich um die Weiterentwicklung des Ortes und vertreten die Interessen der Bewohner. Die regelmäßigen, öffentlichen Sitzungen des Ortschaftsrates finden im Heimathaus des Altenhainer Heimatvereins e.V. „Alte Schule“ statt. Die Ansprechpartner und die Termine der Sitzungen finden Sie hier.